2010

Vom 27. – 29.08.2010 waren wir das dritte Mal am See…

FAUST DRAUF! *AIIIIIIIIIEEEEEEEEEEE*

Zum mittlerweile dritten Mal rief der SORP~E~SEE die mehr oder minder trinkfesten Klanmitglieder zum Feiern. Freiwillig gemeldet haben sich Fanta, Logi, Kassierer und BLLTPROOF, die zum dritten Mal dabei waren und somit zu den Alten am See gehörten. Wiederholungstäter des zweiten Klantreffens waren bomml und BasshunterxD. Eine erfreulich hohe Anzahl an Teilnehmern stellten die jungen Klanmitglieder. Von ihnen erschienen trinity05, Swintus und Nobody19 (die Einreise war glücklicherweise kein Problem), DaPille (der es sich schon länger einmal vorgenommen hatte), Spartan025 und der sean-hairy – ach sorry, john-harry meine ich.

Doch schon die Anreise war ein schwerer Schock: mit schiefergrauem Himmel und monsunartigen Regenfällen begrüßte der Hochsauerlandkreis die Feier-freudigen. Straßen gesperrt wegen Überschwemmungen, Baustellenrückstaus und zerfallene Industriestädte: ungefähr so, wie bei Modern Warfare II auf Karachi. Die Anreise der Bassinette verzögerte sich aufgrund überschwemmter Autobahnen bis 19 Uhr. Der Rest hatte sich bereits gegen 14 Uhr vollständig eingefunden, sodass die ersten Biere im Dröppelregen gekippt werden konnten. Direkt am See besserte sich das Wetter noch ein wenig, es blieb konstant – mit konstant wiederkehrenden Regenschauern und konstant dunkelschwarzem Himmel, die uns in Hütte 8 trieben.

Der Spartan, zwischendurch auch mit seinem Real-Life-Nick “Felix” angesprochen, machte den ersten Ausrutscher in den Schlamm, nachdem fiese Snipercamper von der anderen Seite des Sees ihn ins Visier genommen hatten. Gott sei Dank lenkte sein Körper das Feuer auf sich, sodass der Rest trocken blieb, solange man sich nicht vor Lachen in die Höschen pullerte. Der Kopf blieb heile und der schwarze Streifen auf Spartans Hose war ein klarer Fall für Mutti.

Als Kassierer mitsamt der angestandenen Eraserhead-3000-Watt-Soundmachine ankam, wurde er sogleich von jener am Eingang aufgehalten, die fortan der Leichtigkeit halber Kabeltunte genannt werden soll. Scharfen Auges erkannte sie, dass Kasse ein Kabel bei sich trug, ergo war die Soundmachine kein Taschenradio mehr. Doch Ignoranz siegt und so schafften wir kranke Musik von Terrorgruppe und Disco Ensemble sowie die Dauerschleife von “When you’re going to San Franciscoooo, you should weaaaaaaar some floooowers in your hair” in Hütte 8. Unter demselben Stoßtrupp befand sich auch unser Österreicher mit ost-süd-tirolischen Akzent, wie er späterhin noch zu Baggerzwecken kundgab, nämlich der bomml. Auch dieses Jahr hatte er wieder eine ganze Palette “Puntigamer”, das bierige Bier, im Handgepäck verstaut. Wir hielten die Dosen fern vom Tiefkühlfach und nah an den Lippen, sodass es schön hat geprickelt in unserer Kehle.

Motto des kommenden, ersten Abends war ganz eindeutig:

“Faust drauf – AIIIIIIIIEEEEEEEEEE”

Swintus Schlachtruf, unter dem er sich so gnadenlos besoffen hatte, dass er schon um zehn Uhr stolperte und lallte, als wollte er sich ins Delirium trinken. Er hatte es wirklich geschafft, sich innerhalb kürzester Zeit auf Prestige 10 – Level 70 zu saufen. Wofür er bei Modern Warfare 20 Tage gebraucht hatte, schaffte er am Sorpesee innerhalb von zwei Stunden. Intern wurde bereits beschlossen, Swintus am nächsten Morgen mit eben diesem Ruf zu wecken. Jener soff währenddessen munter weiter.

bomml, Pille und John hatten sich bei leichtem Nieselregen abgeseilt zu einer Gruppe Schulkinder, die in den unteren Hütten hausten und versuchten, unserer Party Paroli zu bieten. Schließlich kamen die drei Ladykiller wieder und ihnen folgten tatsächlich zwei Mädels, sodass den Singles der Schweiß auf die Stirn trat. Doch auf ihren Fersen folgte die bittere Ernüchterung: rund zehn, aber gefühlte dreißig minderjährige, pubertierende PC-Browsergame-Spieler. Doch das Schlimmste waren nicht die Pickel, oder die Milchbärtchen, oder das turtelnde Liebespaar unter ihnen – nein, sie waren fast alle männlich. So änderte sich die Männer-Frauen-Quote von 12:0 auf 42:3. So ganz kurz hatte man das Bedürfnis, John den haarigen Hals umzudrehen, weil er uns in solch unsägliche Gesellschaft brachte. Vor allem dem Logi kribbelte es an dem Abzugsfinger, während er von aggressiv-freundlichen, paranoiden Anwärtern umringt und mit Fragen zu seinem Klan gelöchert wurde.

Swintus bekam von alledem wenig mit, denn er saß kopfschüttelnd auf der durchnässten Bierzeltgarnitur und süffelte sein Bier weg wie ein D-Zug! Irgendwann beschloss er, dass es an der Zeit sei, eine Stange Wasser in die Ecke zu stellen … den Little-Swintus zu würgen … es über den Nudelsalat regnen zu lassen … zu pissen! Er wackelte mutig in Richtung Gebüsch, ein steil abfallender Abhang mit scharf aufragenden Felsen, Wagenladungen von Brennnesseln. Ganz unten wartete das modrige, minus dreizigtrillionen-Grad kalte Wasser des Sorpesees. Swintus packte ihn aus, den Little-Swintus, hielt ihn und wankte, und wankte, und wankte. Von weit hinten sah es der BLLTPROOF, doch die Menge hatte sich zu einer undurchdringbaren Wand geschlossen. Nur Logis vorteilhaften Körpergröße war es zu verdanken, dass er sich von seinen bewundernden Anhängern losreissen und Swintus am Kragen packen konnte, um ihn vor einem schmerzhaften Abgang und uns vor einem anstrengenden Nachgang zu bewahren. Swintus pullerte seine 8-Promille-Pipi und Logi hielt ihn fest umschlungen, dass es schon ein wenig schwul aussah. Der Chef muss ziemlich enttäuscht gewesen sein, als er kurze Zeit später feststellen musste, dass sein rettender Griff das Unheil nur verzögern, nicht aber verhindern konnte. Swintus hatte irgendeinen wirren Gedanken in seinem tödlichen Suff gefasst und war vor Logis rettendem Blick davongezottelt. Plötzlich sprang ihm (was sonst niemand aus dem Klan bestätigen konnte) ein wildgewordenes, tollwütiges Eichhörnchen namens Wilhelm-Rüdiger II. in den Weg, biss ihm in den linken, kleinen Zeh und brachte ihn so zum Stolpern. Mit gerader Körperhaltung und einem Lächeln auf den Lippen kippte er um wie ein gefällter Baumstamm und bremste die rund 10 km/h Vorwärtsbewegung allein mit seinem Gesicht auf den spitzen Kiessteinen. So lag er da, gefallen und
völlig am Ende.

Swintus hatte heute Nacht das letzte Bier getrunken, aber war noch für die eine oder andere gute Szene zu haben. Fortan wurde er nämlich von den rücksichtsvollsten und sozialsten aller Klanmitgliedern betreut: Kasse und nobody wachten an seinem Bett, der Couch im Vorraum der Hütte 8, und beschafften alles was nötig war. Das war zu diesem Zeitpunkt ein großer, sehr großer Eimer. Swintus Absturz war an diesem Abend zwar der Gewaltigste, ausgeführt in brillanter Perfektion, doch es blieb nicht der Einzige. Es mochte schon spät sein, als Basshunter zurück in Hütte 8 ging, in der Swintus mittlerweile seinen Rausch ausschnarchte und aus der Kasse auf der Suche nach dem bierigen Bier verschwunden war. Dort saß noch nobody, die Hand vor den Mund gepresst und ein wenig blass um die Nase. “Nobody, geht es dir gut?”, wollte der Bass wissen, worauf er ein Kopfschütteln als Antwort bekam. “Musst du kotzen?” Nobody nickte heftig und übergab sich wenige Augenblicke später geräuschvoll und irgendwie wundervoll in die Kochschüssel, die eigentlich für Swintus bestimmt gewesen war. Spätestens jetzt war klar, wer die verdammte Vodka-Flasche ausgesoffen hatte. Unser Bundeswehrkiller hatte seinem Namen alle Ehre gemacht! Während nobody munter reiherte und die Nacht mit seinen Würgegeräuschen füllte – soweit er die 3000-Watt-Soundmachine übertönen konnte -, heizte sich vor der Hütte die homoerotische Stimmung auf.

Die pubertierenden und ziemlich unreifen PC-Zocker, die da über ihre Browsergames mit Maus und Tastatur (irgendwie lächerlich) schnabbelten, bezeichneten uns als Nerds. Unsere Führungspositionen ließen sich diesen Vorwurf nicht gefallen. Neben Pilles Drohung, jedem einzelnen eine ordentliche Portion Prügel zu verpassen, war der von Logi ausgesprochene Platzverweis schon ein wenig albern, doch er verfehlte keineswegs seine Wirkung.

Irgendwann gegen zwei Uhr konnte man auch wieder die Hütte 7 beziehen und man bette sich zu Schlaf. Die Nacht brach über uns herein und uns erwarteten rund vier Stunden Erholung, bevor die ersten Idioten (mich eingeschlossen) pinkeln mussten und somit den ganzen Hausrat aufscheuchten.

Wer am Samstagmorgen um halb Acht nicht von “Faust drauf! AIIIIIEEEEEEEE” wach wurde, bekam zunächst eine große Ladung Kieselsteine (an denen noch Swintus halbe Oberlippe klebte) auf das Wellblech geworfen. Und wenn das nicht reichte, flogen kurze Zeit später Lutschbonbons durch alle geöffneten Luken, in der Hoffnung, den letzten verbliebenen Schnarcher (unseren furchtlosen Anführer Logitec) aufzuwecken. Der soziale Rest, der keine Steine und Bollchen warf, bediente sich am mageren Frühstücksbuffet in Hütte 8, soweit er nicht unter bösem Rrrrrrrranseweh litt. Ja, so manch einer dachte, was für eine hervorragende Idee es doch wäre, sich nobodys Vorbild anzuschließen und eine Welcome-Back-Party mit dem letzten Abendessen zu feiern. Doch letztlich beschloss auch ich, meinen Mageninhalt bei mir zu behalten und man ließ den Tag allmählich starten – mit dem bierigen Bier Puntigamer.

Abgesehen von Swintus, der mit rund 3 Promille aufgewacht und sich auch sogleich wieder schlafen gelegt hatte, begannen allesamt ihren Betrunkenheitsgrad zu leveln. Allen voran Kassierer, der das Gefühl hatte, aufgrund seiner Bettwache in der Nacht zuvor irgendwie nicht auf seine alkoholischen Kosten gekommen zu sein, widmete man sich schon bald dem Mittagessen. Spätestens als die Kartoffeln auf die Teller kamen, hatte nobody eine unheimliche Begegnung der dritten Art. Denn als ihm auffiel, dass wir die Kartoffeln in eben jenem Topf kochten, den er die Nacht vorher vollgereihert hatte, war es auch schon zu spät um anders zu planen. Die Würstchen in roter Marinade und die mehligen Kartoffeln schmeckten nach diesem Geständnis nicht gerade besser und wieder rebellierte nicht nur mir der Magen bei dem Gedanken an all das herrliche Gulasch, das im Essen rumschwamm. Die Mahlzeit wäre nicht zu retten gewesen, hätte Logitec nicht von anderen Campern (offenbar eine Großfamilie, die sich mit Vorräten eingedeckt hatte wie die Belegschaft eines Atombunkers) die liebsten Gewürze des Deutschen ergatterte: Spießersalz und Pfeffer versüßten uns
den Mittagsschmaus.

Mit einer wahren Glanzleistung gab auch irgendwann zu dieser Zeit Basshunter seine Witze zum Besten und erschreckte mit seinem ganz persönlichen Flirtspruch nicht
nur den Logi:

Ene mene miste, ich finger nicht – ich FISTE!

Nachdem wir uns zur Genüge über einen ebenfalls anwesenden Gildenklan belustigt hatten, die am See mit ihren Plastikarmbrüsten, Gummipfeilen und Holzschwertern in mottenzerfressenen Matrixanzügen den hundertjährigen Krieg nachspielten, stellte uns John eine andere Bekanntschaft vor, die fortan Ehrenmitglied der Eraserhead sein sollte: in den schmuddeligen, klebrigen Seiten seiner FHM war Charlotte Engelhardt mit ihm gereist. Sie war blond, halb nackt und hatte zwei schlagende Argumente, derer wir uns nicht erwehren wollten. So klebten wir ihr körperliches Abbild sexueller Begierde auf die Unterseite eines Holzstuhls in der Hoffnung, andere Camper würden sich daran erfreuen können – und auf Umwegen auf unserer Klanpage landen. Solltet ihr, ehrenwerter Leser, also einmal eine kalte, trockene Nacht am Sorpesee verbringen, so schaut nach in Hütte 8: Charlotte durfte seit jenem Samstagabend auch ein [~E~] vor ihrem Namen tragen, sollte sich jemals die Gelegenheit dazu bieten.

Viel zu schnell schmolz der Tag dahin und es wurde Abend und schließlich Nacht. In Hütte 8 machte sich derweil bei Spartan die weibliche Dürre bemerkbar. Im Schlaf nur von seinen Trieben gesteuert beschloss er, dass alle Kissen in der Hütte beschissen waren – außer Logis. So kuschelten die beiden dicht an dicht. Wie froh ich war, dass ich von alle dem nichts mitbekam.

Der nächste Morgen, ganz traditionell im Zeichen des Rrrrrrrranseweh stehend, zwang uns schließlich, unsere Hütten zu räumen. Doch für das Vergießen von Tränen war keine Zeit und mit dem ebenfalls traditionellen Frühstück bei unserem Stammbäcker ließen wir das gelungene Klantreffen ausklingen. Gegen elf Uhr verabschiedeten wir uns, waren uns jedoch alle einig: wir mussten uns wiedersehen.

Spätestens nächstes Jahr wieder … am SORP~E~SEE!


vielen dank an BLLTPROOF für den text

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>